Beobachtungen

Dienstag, 27. September 2005

fleischgewordenes Klischee

simmpson

Ich habe eine neue Leidenschaft entdeckt: Video-Clips auf Musiksendern jagen. Das ist mittlerweile garnicht mehr so einfach, dort einen Musik-Clip zu Gesicht zu bekommen. Die Deppenquize breiten sich aus…

Aber zurück zum Thema. Gestern habe ich dann nochmal einen erwischt. Es war ein Clip von Jessica Simpson. Die kannte ich vorher noch nicht. Was im nachhinein auch nicht weiter schlimm war. Frau Simpson verbrachte eigentlich den ganzen Clip damit, nicht zu tanzen und auch nicht zu singen. Und das in roten Stiefelchen und Fiepsstimme. Ziemlich blöde anzuschauen und sehr amerikanisch. Irgendwann kam dann mal derZwischenruf:"Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass sie im Bikini ein Auto wäscht.". Und hey, Jessica Simpson der alte Medien-Profi lässt uns nicht lange warten. Schnell den pinken Bikini an und dann schaumig ans Werk. So basic.

Ich meine, das wird ja nicht aus Zufall so produziert. Da gibt es doch wohl einen Markt. Ist die Masse an pickeligen, biertrinkenden, männlichen Couchpotatoes mittlerweile so groß, dass es sich lohnt, so einen billige "Samstagnachmittags Wichs Vorlage" zu produzieren? Das kann doch nicht wahr sein!! Sie selbst wurde durchs Make-Up nur noch auf blonde Haare reduziert und der Kostümbildner versuchte ihre Streichholzbeine sexy aussehen zu lassen. Hat aber nicht funktioniert. Was für ein Klischee!

Dafür singt sie aber jetzt in New Orleans. Das alte Charity-Luder. Danach geht es dann wahrscheinlich direkt mit einer B52 in den Irak, um vor den "Jungs" zu singen"

Manchmal ist mir nach kotzen.

Montag, 26. September 2005

...und ich war dabei

Ich bin ja noch einen Bericht, über mein Ehrenamt als Wahlhelfer schuldig.

Es verlief im Großen und Ganzen doch recht unspektakulär, aber war hier und da doch recht amüsant.

Bestellt war ich um Punkt 7.30 Uhr in einer hiesigen Hauptschule. Natürlich war um diese Zeit aus mir und dem Hausmeister keiner da. Keine Offiziellen. Nüscht. Nunja, helf' ich halt ein wenig beim Tische und Stühle stapeln.

10 min braucht es, bis sich Vertreter des Stadtrats in die heiligen Wahlhallen bemühen und es endlich losgehen kann. Zunächst werden die Teams eingeteilt und dann auf Verschwiegenheit verpflichtet. Dann werden die Zuständigkeiten geklärt. Ein Wahlvorstand besteht immer aus mindestens 3 Personen:

1.) der Wahlvorsteher
Der hat die Verantwortung, kennt die Regeln, gibt hinterher die Ergebnisse weiter und trifft Entscheidungen im Zweifelsfall

2.) der Schriftführer
das ist derjenige, der die Liste der Wahlberechtigten vor sich hat und mit den Wahlbenachrichtungen vergleicht.

3.) der Beisitzer
das ist eigentlich mehr ein Springer. Meistens gibt er die Wahlzettel aus und ist für den Small-Talk mit den Wählern zuständig.

Die Personen des Wahlvorstands kommen übrigens alle auch aus dem Wahlkreis, den sie betreuen. Das hat den Hintergrund, dass sie durch Orts- und Personenkenntnisse den Wahlvorgang beschleunigen können. Da muss nicht immer alles geprüft werden, wenn man die Person persönlich kennt.

Ein paar wichtige Dinge, die ich vorher auch nicht wusste:

1.) Im Wahllokal müssen immer 3 Personen des Wahlvorstandes sein (also Pinkeln nur nach Absprache)

2.) Die Wahl als auch die Auszählung muss immer öffentlich sein. Wenn sich also jemand einen Stuhl mitnimmt und sich 12 h ins Wahllokal setzen will, kann er das gerne machen.

3.) Ein Perso ist nicht unbedingt notwendig. Auf der Wahlbenachrichtigung steht eine durchlaufende Nummer. Die wird dann im Wählerverzeichnis gesucht und mit den anderen Daten verglichen (Geburtsdatum, Straße etc.). Das reicht auch meistens aus, da die meisten Wähler immer in Gruppen auftauchen (Ehepartner, Freund/Freundin, Familie). Von daher ist es recht unwahrscheinlich, dass einer davon mit einer fremden Wahlbenachrichtigung wählen geht. Warum auch?

4.) Man kann auch nur 1 Stimme abgeben. Wenn ich z.B. den Grünen meine Zweitstimme gebe und die Erststimme leer lasse, ist der Wahlzettel trotzdem gültig. Die Erststimme wird dann als ungültig deklariert und einfach nicht mitgezählt.

Soweit so gut. Dann verbrachte ich den Rest des Tages damit:
- Wahlbenachrichtungen zu prüfen,
- Wahlzettel auszugeben,
- darauf hinzuweisen, dass momentan alle Wahlkabinen besetzt sind,
- darauf hinzuweisen, dass sich Kugelschreiber in der Wahlkabine befinden,
- den Leuten zu erklären, dass es schon seit 20 Jahren keine Umschläge mehr gibt
- darauf hinzuweisen, den Wahlzettel doch bitte gefaltet in die Urne zu werfen und nicht bei mir abzugeben.
- den Freunden, Verwandten und Bekannten zu erklären, dass ich nicht in einer Partei bin sondern als Bürger hier sitze.

uswusf.

Dann kommt irgendwann mal die Auszählung. Jetzt wird es spannend und kompliziert:.

1.) Erstmal die Tür zu und wieder auf (Wahl beenden und die Auszählung wieder öffentlich machen)
2.) die Urne öffen (war die ganze Zeit abgeschlossen)
3.) die Wahlzettel auskippen und nach Stimmen sortieren, wo 1+2 Stimme gleich ist (das sind die meisten) und den Rest
4.) diese Häufchen werden dann 2mal ausgezählt und die Summe mit den abgegebenen Wahlbenachrichtigungen bzw. den markierten Wählern in der Wählerliste verglichen. Diese Zahl muss gleich sein, sonst wird es schwierig.
5.) Die ungültigen Wahlzettel werden aussortiert
6.) Das Häufchen mit den gleichen 1. und 2Stimmen wird beiseite gelegt.
7.) Das Restehäufchen mit den ungleichen Stimmen wird erstmal nach der Erststimme sortiert und 2mal gezählt.
8.) Danach wird es nach der 2Stimme sortiert und wieder 2mal gezählt.
9.) Jetzt kommt die Stunde der Statistiker. Die Ergebnisse der ganzen Zählvorgänge werden in eine Matrix eingegeben, deren unterschiedliche Quersummen leicht geprüft werden können
10.) Diese Wahlmatrix wird an den Wahlleiter der Kommune per Telefon durchgegeben. Der kann dann mit dem entsprechenden Computerprogramm checken, ob das Ergbenis rechnerisch stimmen kann.

Das Ganze dauert so ca. 1 h für ca. 600 Wahlzettel.

Im Großen und Ganzen also ganz interessant. Man lernt viel Menschen kennen. Und da ich gut 10h zwischen einem Banker und einem Rechtanwalt gesessen habe, konnte ich für mich viele Fragen aus erster Hand beantworten lassen. Und das kostenlos. Kommt ja auch selten vor.

Ausfälle kam es keine großen. Das jemand mit der Ertstimme die NPD und mit der Zweitstimme die LINKE wählt, war eigentlich das Erstaunlichste.

Interessant war später, dass die Wahlbeteiligung bei den sozial schwächeren Familien (das kann man ja leicht im Wählerverzeichnis nachprüfen) wesentlich schwächer war als der Durchschnitt. Wir kamen in unserem Wahlbezirk auf 79,6% (incl. 23% Briefwähler).

Nunja, bin gespannt, ob es mich bei der nächsten Wahl wieder trifft. Bisher konnte ich in der Auswahl der Beisitzer noch kein System erkennen. Auch kein Zufälliges.

Donnerstag, 15. September 2005

Prozedere, wiederkehrendes

Ich habe heute morgen beobachtet, dass die meine ersten 20 min im Büro immer gleich aussehen.

– Tür aufschließen
– aus den Klamotten pellen (Ich komme mit dem Rad, auch bei Regen)
– Kopfhörerkabel des I-MP3-entheddern
– Mac und PC anschalten
– Vorhänge auf (in der Hoffnung, dass es draußen heller ist als drinnen)
– Schreibtischlampen anmachen
– Anmelden am Netzwerk
– Mails checken und ggf. antworten/weiterleiten
– Beutezüge meines Onlinegames checken und direkt wieder Flotten klar machen
– das Forum des zugehörigen Onlinegames checken
– Weblogs checken
– IBook aus dem Safe holen (da sind die Backups drauf)
– Anstöpseln
– Musik an
– evtl. Kaffee kochen
– Projektverwaltung/Groupware starten
– Vielleicht noch ein Blick in die Tageszeitung
– Praktikanten die Tür aufmachen und den Tagesbefehl ausgeben


Dann irgendwann mich selber erstmal fangen und dann in Ruhe an die Arbeit. Aber meistens klingelt dann das Telefon.

Dienstag, 13. September 2005

Montagsgejammere

Habe ich was verpasst? Der/die/das halbe Blogroll bejammert den gestrigen Montag. Standen die Sterne schlecht? Die Venus im Sternzeichen des Mistkäfers… ???

http://schlepplog.twoday.net/stories/970027/
http://eriador.twoday.net/stories/969395/
http://mcwinkel.wd-tietze.de/index.php?p=433
http://mmm.twoday.net/stories/968399/

Mittwoch, 7. September 2005

Heute im Spamfilter…

Wir helfen Andreas Tuerck

Hilfe!

Andreas darf nicht den den Knast. Es sieht alles recht positiv aus f.
unseren Andreas aber bitte bitte schickt ein kurzes Schreiben an das
Landgericht:

Landgericht Frankfurt
Gerichtsstrasse 2
60313 Frankfurt am Main

mit dem Text:

Liebe Richterin, lieber Richter,

bitte vertrauen Sie den Worten der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung,
der Gutachter und verurteilen Sie nicht unseren lieben Andreas!

Andreas ist unschuldig! Andreas hat niemanden vergewaltigt!

Name, Vorname





Solche Aktionen helfen Unrecht zu verhindert, denn Andreas soll nicht in
das Gefaengnis!

Wenn Ihr auch helfen wollt, dass Andreas nicht verurteilt wird, dann s c h
i c k t d i e M a i l b i t t e an alle Freunde und Bekannte weiter!

Andreas hat seinen tollen Job verloren, seine Zukunft ist auch so
vielleicht ruiniert. Er soll nicht noch unschuldig verurteilt werden.
Helft durch viele Briefe die Ihr absendet und durch das weiterleiten des
Hilferufs! Zusammenhalten heisst die Parole!

Danke!

Die Fans



a) Wie doof kann man eigentlich sein?
b) Who se fuck is Andreas Tuerck?
c) Was geht mich das an?

Freitag, 29. Juli 2005

Cover Bands sind eine Pest

Ich hasse Cover Bands. Obwohl, hassen tue ich sie eigentlich nicht. Sie sind mir eigentlich egal. Nur hier in der Stadt fallen sie im Sommer immer ein, wie die Heuschrecken. Sie brandschatzen jeden Marktplatz, jeden Park und jedes Seefest. Es ist zum Kotzen. Und vorher natürlich Plakate und Flyer die Augenkrebs und Spontankonvulsionen hervorrufen. Muss denn das sein? Sind denn alle mit Blindheit geschlagen? Haben die Leute ihr ästhetisches Empfinden an den Baron de Lefouet verkauft?

Naja, die Bands machen es ja vor. Ich dachte immer: na, so Musiker. Super kreatives Völkchen. Das sollte sich doch auch irgendwie in den Bandnamen widerspiegeln. Bei Cover Bands natürlich nicht. Damit auch der tumbeste Hörer versteht, welche Musik da wohl gecovert wird, gibt es nicht viel Spielraum:

Fozzy Osbourne
Wobby Rilliams
R(h)ein Adams
AB/CD
Still Collins
Jon Bovi

Das ist ja wohl wirklich scheiße. Und wenn man dann nur gut ist, wenn man sich anhört wie das Original ist ja wohl auch sehr frustrierend. Ich versteh' das alles nicht. Ist das eigentlich nur hier in Siegen so? Oder gibt es die Plage auch woanders?

Donnerstag, 21. Juli 2005

Gestern unterm Regen

startbild3

Wenn man wie ich gestern nach Feierabend dem Gewittersturm entgegenradelt.
Nur mit Muskelkraft.
Regen und Sturm im Gesicht.
Der Himmel wird gewaltig.
Das Licht wird zur Nacht.
Und die Herren Sigur Ros hauen aus dem IPod den Track Nr. 8 des Albums () aufs Trommelfell.
Da merkt man erst, wie entrückt die Welt ist und wünscht sich nach Island.
Gewaltiges passiert.

Freitag, 1. Juli 2005

Fahndungsaufruf

Wo ist denn eigentlich Herr Jazz hin? Weiß das jemand? Ich habe hier noch ein paar Genitalpilze rumliegen, die würde ich gerne zurückgeben.

Dienstag, 28. Juni 2005

Schwule Fische?

Was man alles erlebt, wenn man als Siegerländer andere Städte besucht habe ich ja hier mal kurz angerissen. Was Nicht-Siegerländern so auffällt, wenn sie in unseren Tälern umherfahren, kann man nachfolgenden Zeilen entnehmen.

Da an Wochenenden der ÖPNV in der Region nur im stundentakt die benachbarten Täler anfährt, ist man auf ein eigenes Auto angewiesen. Dies bedeutet zwangsläufig, dass die auswärtigen Gäste ziemlich schnell mit den hiesigen Verhalten im Straßenverkehr konfrontiert werden. Und dies führt oft zu aufgerissenen Augen und hysterischer Hyperventilation. Aber der Reihe nach.

Zunächst ist entpanntes Cruisen auf der landschaftlich beeindruckenden HTS angesagt. Diese entspannte "Dahingleiten" gen Sonnenuntergang wird jäh durch folgende Frage unterbrochen:

"Was hat es hier eigentlich mit den schwulen Fischen auf sich?"

"????? Watt ??????"

"Naja, fast jeder zweite Wagen hat hier so einen Regenbogenfisch am Heck kleben. Was sollen das?"

Und tatsächlich. Vor uns ein dunkelblauer Ford Galaxy. Auf der Heckscheibe in gelber Schrift (für die Experten: "Comic sans") "Laura düst mit" und rechts neben dem Schloß der Heckklappe ein regenbogenfarbener Fisch.

20050621-fisch

"Das ist ein bekennender Christ. Das macht man hier so!"

"Nagut, kann er ja. Aber warum klebt er sich so einen "PACE-Fisch" hinten drauf? Was will er uns denn damit sagen? Bei den ganzen Kindern, die er da rumfährt."


"Was weiß denn ich. Dann musst Du ihn mal fragen"

"Worauf Du Dich verlassen kannst"

"Aber sag' mir vorher Bescheid, damit ich nicht danebenstehe."

Wenn der Kollege was bezüglich regenbogenfarbener Fische rausgefunden hat, werde ich berichten.



Nächste Situation: Das Verhalten erwachsener Siegerländer an gelben Verkehrsampeln.
Plot: langgezogene Ortsumgehung nirgendwo im Siegerland. Sonntagnachmittag. Nix los auf der Straße. Vor uns ein einheimischer VW Bora. In 50 m Entfernung eine noch grüne Ampel.

Es wird meditativ mit 60 km/h dahingetuckert und nach rechts und links geschaut. Mein auswärtiger Besuch hat Probleme seine Nervosität zu unterdrücken.
"Die Siegener haben ganz schön viel Zeit, was? Hier ist wohl der Weg das Ziel?"
In aller Ruhe schaltet die Ampel auf Gelb. "Das war ja sowas von klar", und mein Gast drückt instinktiv aufs Gaspedal.
Dieses Manöver wird aber von den in 1,50 m Entfernung aufleuchtenden roten Bremsleuchten des VW Bora vereitelt.
Vollbremse. Reifenquietschen. Kopfnicken.
Mein Gast ringt nach Luft und seinem Verstand. Er gestikuliert wild aber noch ohne Ton. Noch.
Dann aber:"SAMMA, ISSDERBESCHEUERT? DER SOLL SEHEN, DASS ER DIE HACKEN IN DEN TEER BEKOMMT, SONST SCHRAUB ICH IHM DAS DACH AB. SO EINE VOLLNIETE. DAS HABE ICH JA NOCH NIE GESEHEN SOWAS: SEIT WANN BREMST MAN DENN BEI EINER GELBEN AMPEL?"
Eigentlich eine gute Frage. Und Umfragen im Freundeskreis bestätigen es. Das scheint ein siegerländer Phänomen zu sein. Selbst wenn die Ampel grün ist, geht man vom Gas, weil: sie könnte ja rot werden. Und schaltet sie dann endlich auf Gelb, drückt man erleichtert auf die Bremse. Endlich wieder stehen. Interessant.

Mittwoch, 8. Juni 2005

Neulich, im schwedischen Kosumtempel in der Provinz

Hier die Region befindet sich gerade in einem Freudentaumel. Der lokale Kickerclub ist in die 2te Liga aufgestiegen und nun pinkelt man sich gegenseitig die Hosenbeine voll und sonnt sich in der regionalen Strukturoffensive.
Dazu kommt nun, dass das Oberzentrum durch die Eröffnung eines IKEA-Hauses geadelt wurde. Was ja fürs Stadtimage nicht das schlechteste ist.

Gestern war es dann soweit: Herr Zoso stattet dem Möbelhaus in blau-gelb seinen Antrittsbesuch ab. Das ist ansich wenig spektakulär. Wenn man den Parkplatz erreicht hat, sieht ein IKEA aus wie das andere. Ob nun in Köln, Frankfurt oder Hamburg ist da eigentlich wurst. Gespannt war ich aber, in welcher Art und Weise das Lokalkolorit durchschlägt.

Ich war etwas enttäuscht. Es gab recht wenig siegerländisches im Besucherstrom. Vielleicht ein paar modische Sünden mehr als in den Metropolen dieser Republik, aber seisdrum.

Bleibt mir eigentlich nur noch vom desaströsen Erlebnis an der Kasse zu berichten. Angefangen hat es mit dieser unspektakulären und darüberhinaus super-hässlichen Giesskanne.
ikea Ich weiß nicht mehr, wie sie in den Einkaufswagen gekommen ist, aber mit ihr nahm das Unglück seinen Lauf. Sie war eine von ungefähr fünfundzwölzichtausend Kannen einer Gitterbox im "Gartenland". Aber genau diese hatte keinen EAN-Code auf der Unterseite. Und damit konnte "Eva von Kasse 16" sie nicht einscannen. "Eva von Kasse 16" hatte auch erst ihren 2ten Tag und war noch etwas unsicher. Was ja nicht weiter schlimm ist. Nur die Motivationsparolen von "Irmgard von Kasse 17" gingen dann mit der Zeit auf den Zeiger: "Ganz ruhig Eva. Du hast alles richtig gemacht!". Dabei waren ich und die 15 Leute hinter mir ruhig wie die Lämmer. Serviceanrufe von "Eva von Kasse 16" bei der Kassenzentrale brachten leider keinen Erfolg, weil die anscheinend schon Feierabend gemacht haben. Okeeee, man ist ja kein Unmensch und schon befand ich mich im lockeren Trab quer durch die Markthalle hin zur Gitterbox im "Gartenparadies". Andere Kanne mit EAN-Code geschnappt und im Laufschritt zurück. Ich hatte mich konditionell besser in Erinnerung, aber das dankbare Lächeln von "Eva von Kasse 16" war es mir wert.

Also weiter im Takt. "Das macht dann 375 EURO 68", säuselte "Eva von Kasse 16" erleichtert. Etwas voreilig erleichtert im nachhinein. Denn die blauweiße "Business Card" die ich ihr locker auf den Tresen legte, sah sie zum ersten Mal. Da war auch "Irmgard von Kasse 17" überfragt. Was folgte waren 10 lange Minuten, in denen "Eva von Kasse 16" versuchte irgendjemanden per Telefon zu erreichen, der ihr mal den rettenden Tip geben könnte. Die Kassenzentrale war immer noch im Feierabend, der Businessservice fühlte sich nicht mehr so richtig zuständig so kurz vor Feierabend. Und das Blöken der 15 Lämmer hinter mir wurde plötzlich auch lauter so kurz vor Feierabend. Es kam etwas Unruhe auf an Kasse 16. Doch plötzlich: "Eva von Kasse 16" hatte Kontakt zur Außenwelt bekommen. Ein freundlicher Servicemitarbeiter in einem Callcenter irgendwo in diesen blühenden Landschaften erbarmte sich unser und machte seinen Job. "Eva von Kasse 16" und ich waren dankbar. Allerdings pumpte es mir etwas Blut in die Ohren, als "Eva von Kasse 16" mich mit großen Augen anschaute und in den Hörer sprach: "Ja, richtig. Herr Zoso von der Firma "brauchtesdas". Aha? Ne, weiß ich nicht. Ja okay, ich reiche den Hörer mal weiter...!" Das Blöken der Lämmer verstummte und mit trockenem Mund brachte ich ein "Hallo?" hervor. Was kommt jetzt? "Tut mir leid Herr Zoso, ich sehe gerade, sie haben die letzten Telefonrechnungen nicht bezahlt, wir können Sie nicht auf Rechnung bezahlen lassen." ??? Ahhh...Was weiß denn ich, was die Stimme da aus den Hörer alles auf seinen Bildschirm sieht. Ich gestehe alles und werde mich bessern. Ehrenwort. Und ja, ich melde alle meine Fernseher bei der GEZ an. Und die Sache mit den Batterien im Aldi von vor 15 Jahren mache ich auch wieder gut. Ja, so ein paar Quadratkilometer Regenwald kaufe ich auch...geben sie her...und die Patenschaft für einen brasilianischen Kindergarten gleich mit dabei. Im Dutzend günstiger.

Aber dann kam alles anders. Meine blauweiße "Business Card" war nicht mehr gültig und hätte eigentlich durch eine "rotweiße" ersetzt werden müssen. Tja, die hatte ich aber nicht. Und der Serviceman beruhigte mich mit seinem Call-Center-Singsang und buchte den Kauf über die alte Karte. Daran merkt man, dass der Laden aus Schweden kommt. "Und Ihnen noch einen schönen Tag, Herr Zoso, und geben Sie mir bitte nochmal "Eva von Kasse 16"". Verwunderte Blicke bei mir und den Lämmern hinter mir. "Eva von Kasse 16" überreichte den Bon und ich verließ erleichtert den Kassenbereich. Geschafft. Hat zwar 20 Minuten gedauert. Aber nun habe ich den Ausgang fest im Visier. "Hallo Herr Zoso? Können Sie nochmal zurückkommen?" hörte ich die bekannte Stimme von "Eva von Kasse 16". "Ich habe hier im Display noch "Bitte Belege einlegen" stehen und ich weiß nicht, was das bedeutet." Die Lämmer verdrehten die Augen und würden sich wahrscheinlich lieber schächten lassen, als weiter an Kasse 16 anzustehen. Aber da lief "Irmgard von Kasse 17" zur Höchstform auf und reichte 2 Blankorechnungsbögen rüber, die die Kasse noch bedrucken wollte.
"Okay, "Eva von Kasse 16", ich nehme jetzt die Rechnung und verlasse das Gebäude in nördlicher Rechnung. Ist das okay?"

Es war okay. Und falls "Eva von Kasse 16" dieses nun liest:

"Eva von Kasse 16": Du hast alles richtig gemacht.

Suchet und ihr werdet finden...

 

Auf der Zunge

Du sprichst mir aus der...
Ich finde es widerlich, wie die Cover-Fraktion auf...
Ede (Gast) - 15. Aug, 14:21
Scheiss Internet klaut...
Wunderbar auf den Punkt gebracht. Hätte auch bei BTX...
casy (Gast) - 30. Aug, 20:38
Schlimm...
Es ist schlimm, wenn Leute das kreative Eigentum berühmter...
Dirrrr (Gast) - 20. Mai, 04:08
Scheiß Sicherheits-KOT
Ich HASSE den KOT, den man vorm Kommentieren eingeben...
Niemand (Gast) - 14. Jan, 15:31
scheiß
halts maul du wixer.
schlimm (Gast) - 14. Jul, 23:38

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