Beobachtungen

Montag, 21. März 2005

WohnungANGEBOTE

Nachdem ich ja hier schonmal über meine frustrierenden Erlebnisse mit Wohnungssuchenden berichtet habe, geht es jetzt um die traumatisierenden Erlebnisse als Wohnungsanbieter.
Es ist schlimm.

So ein Wohnungswechsel hängt ja meistens mit irgendwelchen persönlichen Veränderungen zusammen. Aber ich will sie nicht wissen, die Krankheiten, Scheidungen und Todesfälle. Ich will sie nicht wissen. Ich finde es schon etwas unverschämt, wenn die Leute so im vorbeitelefonieren auch noch ihren ganzen Frust abladen. Bin ich die Telefonseelsorge? Nein. Und das scheiß Arbeitsamt ist auch nicht an allem Schuld. Wenn sie sich mitteilen wollen, sollen sie doch bloggen. Aber mir nicht auf die Eier gehen.

Ob ich die Wohnung los bin? Tja. Gute Frage. Die Vermieterin launt gerade etwas rum und lehnt einen Kandidaten nach dem anderen ab. Sehr schön. Und mir auch auch egal. Hauptsache ich bin bald aus der Wohnung raus. Nach mir die Sintflut.

Im übrigen vertrete ich fest die Meinung, dass im benachbarten Güterbahnhof in den 60er Jahren einen Chemieunfall gewesen sein muss. Das ist momentan die einzige Erklärung, warum die Nachbarn im direkten Umkreis alle einen an der Klatsche haben. Was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Freitag, 18. März 2005

Hot Chocolate vs. Marianne Rosenberg

Also bevor es jetzt um das eigentliche Thema geht, muss ich mal kurz die regionale und kulturhistorische Wissensschaufel rausholen. Wir leben hier in einer klassischen Mittelgebirgsregion. So eine Region hat es an sich, dass sie von einer Vielzahl von Gebirgszügen zerschnitten wird. Hinter diesen Gebirgszügen bilden sich dann über Jahrhunderte unterschiedliche Arten von Menschen und Charakterzügen aus. Weil es damals sehr schwierig war, über die Gebirgszüge zu reisen und damit Kontakt zu dem anderen Teil des Volkes zu bekommen, verkehrten sie nur untereinander, was die Ausbildung von bestimmten Charakterzügen noch weiter beschleunigte.

So auch hier. Insgesamt haben wir es hier mit 3 verschiedenen "Volksgruppen" zu tun. Auf der einen Seite die wohlhabenden, katholischen Wald- und Landbauern. Sie haben es deshalb zu einem gewissen Wohlstand gebracht, weil es in ihrer Tradition keine Realteilung gab. Auf der anderen Seite, die armen, protestantischen Wald- und Landbauern. Sie waren daher arm, da bei ihnen noch die Realteilung praktiziert wurde. Und zum Schluß noch das protestantische Arbeitervolk aus der Hüttenindustrie im Süden des Landes. Neben den Unterschieden in Reichtum und Religion sorgten die "Erweckungsbewegungen" des Neupietismus im 19. Jahrhundert in den Regionen des industrialisierten Teils für eine weitere Zersplitterung des Volkes.

Gut, soweit die Geschichte. Mittlerweile gibt es Straßen durch und über die Berge und im globalen Dorf rückt eh alles näher. Trotzdem blieben die traditionellen "Feindseligkeiten" untereinander immer noch erhalten.

So kam es dazu, dass die Kreisverwaltung der Region auf einem Hochplateau im Grenzgebiet der verschiedenen Völker ein jährliches Kulturfestival ausrichtet, um sie zueinander zu führen. Ein guter Gedanke. Und ein erfolgreiches Konzept. Das Festival wuchs und wuchs und die Gäste wurden immer hochrangiger und international.

Nur leider stecken die Macher in einem großen Dilemma. So ein Festival kostet Geld. Und somit sind sie gezwungen, ein Programm zu erstellen, das volle Zelte garantiert. Das wiederum bedeutet das Programm auf einen großen gemeinsamen Geschmacksnenner und auf den eher spendierfreudigen Geldbeutel der Generation 50+ abzustellen. Das geht natürlich auf die Kosten der Kleinkunst, der Newcomer, der Experimente der frischen Ströme und Bewegungen.

Wie komme ich eigentlich zu der obigen Headline? Eigentlich ganz einfach. Der TopAct Marianne Rosenberg musste dieses Jahr absagen und wurde durch den internationalen "Möbel-Zentrum-und-Firmenjubiläums-Oldie-Show" Abräumer Hot Chocolate ersetzt. Mehr nicht – aber auch nicht weniger.

Samstag, 12. März 2005

WohnungsGESUCHE

WohnungsANGEBOTE durchlesen hat ja jeder schonmal mitgemacht, der nicht mehr bei Mami unter den Tisch krabbeln wollte. Das ist ja schon nervig genug. Aber WohnungsGESUCHE ist noch besser. Ich bin momentan in der glücklichen Lage eine neue Wohnung (natürlich ein T R A U M !) sicher zu haben und suche nun einen Nachmieter.

Was liegt näher, als im regionalen Intelligenzblatt (vorsicht: Bissige Ironie) die WohnungsGESUCHE durchzuschauen und eine Telefonnumer nach der anderen durchzuklingeln.

Die erste Überraschung. Der findige WohnungsSUCHENDE von heute lässt einen schön auf die Mailbox labern um hinterher die Filetstücke zurückzurufen. Nun ja. Seisdrum.

Aber was dann an Fragen kommt ist der Hammer:

1.) "Hat die Wohnung einen Ofen?" – "Wie? Ofen?" – "Na so ein Ding, was man im Winter mit Holz stocht. das finde ich so toll." – "Nee. Hat sie nicht." – "Schade." – "Äähh, ja…".

2.) "Ist die Wohung im Erdgeschoß?" – "Nein, die ist im 1. OG mit großem Balkon und Blick in den Garten mit Kirsch und Pflaumenbäumen. – "Na, das ist blöd. Ich suche eine Wohnung im EG, weil ich eine Katze habe." – "??? Katzen können klettern." – "Nein, meine Katze nicht." Die Fragen nach Amputationen oder akutem Übergewicht habe ich mir dann erspart.

3.) "Ist es ein Altbau?" – "Was heißt für Sie denn Altbau?" – "Na, so mit hohen Decken und Dielenboden." – "Ne, hat sie nicht. da werden sie aber hier in der Region aber auch schwer haben, weil vor 60 Jahren alles zerbombt wurde." – "Na, ich suche mal weiter."

Prima auch die Sorte Mensch, die dann einen Besuchstermin vereinbaren. Was ja bei Leuten die nebenher noch arbeiten schwer genug ist. Dann aber nicht zu dem Termin erscheinen ohne vorher anzurufen. Zum Kotzen.

Zum nächsten WE wechsel ich zumindest das Lager und gebe eine gepflegte Anzeige bei den WohnungsANGEBOTEn auf.

Dann wolln mer aber mal sehen.

Dienstag, 8. März 2005

Mit "Scharf" und "Soße"??

Also bitte. Immer wenn mir beim Dönerladen umme Ecke diese Frage gestellt wird, fühle ich mich wie ein intellektuell unterbelichtetes Mitglied einer sozialen Randgruppe.

Ich weiß, dass "Scharf" eine Gewürzmischung aus getrockneten Chilis ist und "Soße" gemeinhin als Zaziki bezeichnet wird. Also, was soll diese Deppenfrage?

Will er mich verarschen? Oder ist es eine Rationalisierung des Bestellvorgangs? Ich glaube schon, dass sich der deutsche Imbißbudengänger mit solchen (in seinen Augen exotischen) Zutaten schwer tut. Warum sonst bieten die meisten Dönerläden jetzt Pommes mit Mayo im Fladenbrot an? Daher keine langen Diskussionen, sondern klare Ansagen: "Scharf?" – "Nein!"; "Soße?" – "Ein wenig!" Ende. Der nächste. "Bitte schön?"

Diese deutsche Intoleranz gegenüber ausländischen Speisen erklärt auch, warum sich hier bei uns im ländlichen Raum die Falafel-Läden so schwer tun…

Suchet und ihr werdet finden...

 

Auf der Zunge

Du sprichst mir aus der...
Ich finde es widerlich, wie die Cover-Fraktion auf...
Ede (Gast) - 15. Aug, 14:21
Scheiss Internet klaut...
Wunderbar auf den Punkt gebracht. Hätte auch bei BTX...
casy (Gast) - 30. Aug, 20:38
Schlimm...
Es ist schlimm, wenn Leute das kreative Eigentum berühmter...
Dirrrr (Gast) - 20. Mai, 04:08
Scheiß Sicherheits-KOT
Ich HASSE den KOT, den man vorm Kommentieren eingeben...
Niemand (Gast) - 14. Jan, 15:31
scheiß
halts maul du wixer.
schlimm (Gast) - 14. Jul, 23:38

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