meditatives Regalräumen

So ein Umzug in eine andere Wohnung zieht ja viel ungeliebte Arbeit mit sich. Dazu gehören für mich persönlich: Lampen aufhängen und Schränke andübeln. Wobei ich gelernt habe, dass vernünftiges Werkzeug sehr viel Streß ersparen kann. Mit so einem gepflegten Bohrhammer ist einem die Substanz der Wand ja ziemlich egal. Hammer ein, ritschratsch, Dübel rein. Feddich. Hält.
So sind dann auch alle Umzugskarton mittlerweile auseinandergefaltet und warten auf den nächsten Kandidaten. Ja, nicht alle. 3 Kartons mit den Musik-CDs warteten noch auf ihre Öffnung. Da kommt so ein langweiliger Wahlsonntag gerade recht. Und es ist immer wieder die gleiche Frage: Nach welchem System sortiere ich die CDs?

– nach dem Alphabet. Eigentlich ist dieser Vorschlag nicht diskussionswürdig, aber der Vollständigkeit halber führe ich ihn mal mit an. Zu Schulzeiten gab es in unserer Clique (sagt man das noch?) einen Kollegen, der seine CDs nach Alphabet und innerhalb der Gruppen nach Erscheinungsdatum sortiert. Also von A wie Abba bis Z wie Zeppelin, Led. Nun gut. Er war schon immer ein Außenseiter. Aber diese Variante kommt einfach nicht in Frage, weil sie einfach zu langweilig ist und keine Synergien zulässt, um es mal populärwissenschaftlich auszudrücken.

– nach der Farbe Ich war mal in einer Bücherei, die hatten so eine lange Reihe von Suhrkamp-Büchern der Farbe nach sortiert. Das sieht natürlich auf den ersten Blick sehr imposant aus und schmeichelt das Auge ungemein. Aber zur Orientierung bringt es eigentlich nix. Wenn ich Regenbogen haben will, kann ich ja in einen Benettonladen gehen. Und dann bliebe natürlich die Frage, wie sortiere ich innerhalb der Farben? Wieder nach dem Alphabet? Nene, das führt zu nichts.

– nach dem Erscheinungsdatum Da ich dazu neige, Bands zu hören, die mehr als 1 Album machen, bringt das auch nix. Wenn man nur Kuschelrock hört, macht es Sinn. Das ist wohl wahr.

Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, sie nach Genre und nach Interpreten zu sortieren. Wobei die Ausnahme "Rockklassiker der 70er" besteht. Die gehören einfach zusammen und angepriesen, auch wenn sie von der Muskrichtung nicht unbedingt zusammenpassen. So ergibt sich ein bunter Melodeienstrauß von oben links (Klassik) über Jazz und Elektronik Jazz zu Dance und House (mitte links). Dann kommen die Klassiker an deren Ende der Hardrock steht weil man von da ganz hervorragend zu Alternative und Metal, Gothic und andere Abarten der modernen Musikkultur kommt. Naja, und so kann man einen ganzen Sonntag damit verbringen die CDs zu ordnen, ins Regal zu stellen und sie wieder herauszuholen, weil noch 5 andere besser dazwischen passen. Der Nachteil von einem "Billy" CD-Regal ist, dass es nicht Modular ist. Soll heißen, wenn ich irgendwo in der Mitte 5-10 CDs einordnen will, darf ich die nachfolgenden alle 10 Positionen weiter nach unten rücken. So gibt es im Regal mittlerweile "genrebedingte" Pufferzonen, die es etwas erleichtern. Aber bald ist es soweit, dann werde ich dem Schwedentempel hier in der Region den ersten Besuch abstatten und mir weiteren Stauraum leisten. Alternativ könnte ich mir auch eine neue externe Festplatte kaufen und alle CDs digitalisieren, aber das bringe ich nicht übers Herz.
Budenzauberin - 23. Mai, 12:50

Ich bin bekennende Alphabetikerin.

Da weiß ich ohne Hingucken, daß Smetana's "Moldau" zwischen Simply Red und Tangerine Dream steht.
Und Falco wird sich sicher nicht nicht im Grab umdrehen, weil er zwischen Frau Etheridge und Hubert von Goisern eingeordnet wurde.

Ich werde übrigens immer ganz unruhig, wenn anderswo CD's nach anderen Systemen, äh..."geordnet" werden - darf ich mal vorbeikommen?

zoso - 23. Mai, 13:01

Wie darf ich diese Unruhe verstehen? Ist es etwa ein CD-Regal-Fetisch?
Aber Sie können doch nicht allen Ernstes "Simply Red" neben "Smetana" packen. Da bluten ja die Ohren.
Budenzauberin - 23. Mai, 13:09

Fetisch nein, Tic trifft es da eher. Und begrenzt sich tatsächlich auf CD's. Meine Bücherregale sehen hingegen konfus aus. Vorsichtig ausgedrückt.
Unruhe macht sich breit durch Hinundher-Rutschen auf den Sitzflächen, Kribbeln in den Finger...Gereiztheit...

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